Cybercrime und Cyber­investigations

Neue Herausforderungen der Digitalisierung für Strafrecht,
Strafprozessrecht und Kriminologie

Veranstaltungsreihe des Kriminalwissenschaftlichen Instituts der Leibniz Universität Hannover

Im Internet entwickeln sich nun schon seit einigen Jahrzehnten neue Formen des Informationsaustauschs - kommuniziert wird häufig anonym, an eine Vielzahl von Empfängern gerichtet, grenzüberschreitend, zeitlich unbegrenzt, ohne direkt anwesende soziale Kontrolle. Auch die Interaktivität des web 2.0 ist nicht mit traditioneller, direkter sozialer Interaktion vergleichbar. Die erheblichen gesellschaftlichen Umwälzungen, die diese neue Art der Kommunikation mit sich bringt, führen auch zu veränderten, zum Teil sogar völlig neuartigen Kriminalitätsformen.

Computerbetrug, Hacking, Phishing, Cybermobbing, Cyberterrorismus - all diese Entwicklungen müssen in das Straf- und Strafverfahrensrecht integriert und kriminologisch beschrieben und erklärt werden. Denn dass das traditionell auf die Erfassung eindeutiger Täter-Opfer-Beziehungen gerichtete Straf- und Strafprozessrecht diese Entwicklungen nicht ohne Weiteres erfassen kann, dass die unter anderem auf klassischen gesellschaftlichen Interaktionen basierenden Erklärungsmodelle der Kriminologie die Straffälligkeit eines sonst unauffälligen Cyber-Kriminellen nicht umfassend erklären können, ist offensichtlich. "Cybercrime" ist nicht ohne Grund derzeit eines der zentralen Themen der Strafrechtswissenschaft.

Der Herausforderung, die neuartigen Phänomene des Internets strafrechtsdogmatisch einzuordnen, die notwendigen Anpassungen des Strafverfahrens zu analysieren und sie kriminologisch zu beleuchten, stellt sich die Veranstaltungsreihe des Kriminalwissenschaftlichen Instituts im Wintersemester 2014/15, gemeinsam mit verschiedenen Experten aus Theorie und Praxis.

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